Der Wind in und um Seligenstadt

Es klingt wie eine Selbstverständlichkeit: Windkraftanlagen brauchen zur Energieerzeugung Wind. Wie sieht also die Windsituation im Stadtwald von Seligenstadt aus? Welche Windkraftanlagengröße ist hier für eine effiziente Energiegewinnung notwendig? Wann arbeiten sie überhaupt und wenn, wann sind sie wirtschaftlich?

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Die Windsituation

Die Windverhältnisse sind regional sehr unterschiedlich. Eine genaue Erhebung für den Standort Stadtwald von Seligenstadt liegt nicht vor, eigentlich ein grundlegende Voraussetzung für die Planung von Flächen zur Nutzung der Windenergie.

Daher können nur die Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) für den Planungsverband Ballungsraum Frankfurt/Rhein/Main zu Grunde gelegt werden. Danach weist der geplante Standort im Jahresdurchschnitt eine mittlere Windgeschwindigkeit von 2,3 – 2,5 m/s in 10m Höhe auf. Durch Extrapolation errechnet sich eine Windgeschwindigkeit von 4,75 – 5 m/s in 80m Höhe über Grund.

Der Stadtwald von Seligenstadt ist damit im Planungsgebiet einer der Standorte mit den schwächsten Winderträgen.

Die Windkraftanlagen

Das grundlegende Problem ist die Energiegewinnung in Abhängigkeit von der Windstärke. Bei den meisten Windkraftanlagen liegt die erforderliche Einschaltgeschwindigkeit bei 4 m/s. D.h. ab dieser Windgeschwindigkeit nimmt die Anlage überhaupt erst den Betrieb auf. Die Nennleistung und damit die maximale Wirtschaftlichkeit werden erst bei ca. 13 m/s erreicht.

Bei einer Windgeschwindigkeit im Jahresmittel von 4,75-5 m/s in 80m Höhe im Stadtwald von Seligenstadt, wird die Einschaltgeschwindigkeit demnach gerade so überschritten.

Mit zunehmender Höhe der Anlagen lässt sich die Energiegewinnung noch verbessern. Hier sind aber technische Grenzen gesetzt und die Kosten erhöhen sich dementsprechend. Die höchsten Windkraftanlagen der Welt haben derzeit eine Nabenhöhe von 160m. Hiervon stehen weltweit aber auch erst 2 Anlagen (von mindestens 100.000)

Wirtschaftlichkeit

Es stellt sich also entschieden die Frage der Wirtschaftlichkeit. Bei geschätzten Investitionskosten z.B. wie für den Typ E126 von 6,5 Mio € pro Windkraftanlage, ist es bei den schlechten Windverhältnissen im Stadtwald von Seligenstadt fraglich, ob sich überhaupt Investoren für Anlagen finden, die wahrscheinlich 80% des Jahres stillstehen und in der restlichen Zeit nicht einmal ihre Nennleistung erreichen.

Darüber hinaus werden sich wahrscheinlich auch keine seriösen Anlagenhersteller finden, die Windkraftanlagen für solche unrentablen Standorte liefern. Laut DWD wird der Ertrag der Windkraftanlagen auf diesem Standort unter 60% des Referenzertrags liegen und damit nicht in den Genuss der staatlich garantierten Vergütung kommen. D.h. ein wirtschaftlich sinnvoller Betrieb kann nie gegeben sein.

Die Ausweisung des Seligenstädter Stadtwaldes als Vorranggebiet für die Windenergienutzung erweckt damit den Eindruck, dass es sich um eine klare Verhinderungsplanung handelt, da sie jeglicher fachlichen Substanz entbehrt.

Weiterführende Unterlagen und Gutachten finden sie im Download-Bereich.